Digitale Events – Virtual Reality als neue Chance

Virtuelles Meetup

Viele Veranstaltungen haben aktuell das gleiche Problem: Sie können nicht stattfinden. Was für Möglichkeiten gibt es also, um BesucherInnen, AusstellerInnen und ProduzentInnen etwas zu bieten, das den ursprünglichen Treffen irgendwie gerecht wird? 

Im Homeoffice gehören Videokonferenzen zum Alltag und auch Teamchats sind weit verbreitet. Veranstaltungen werden in die virtuelle Welt transferiert und die Nachfrage ist hoch. Kinopremieren, Yogakurse und Meetups finden online statt. Auch ganze Fachtagungen und Konferenzen werden neu gedacht. Neben den Möglichkeiten der Video- und Streaming-Angebote bietet Virtual Reality die Chance, die Räume des Homeoffice ganz zu verlassen und sich in virtuellen Umgebungen mit FreundInnen, KollegInnen oder KundInnen zu treffen und auszutauschen. 

Filmfestival in VR: Mehr als Streaming.

Das Tribeca Filmfestival machte aus der Not eine Tugend: Dank einer Kooperation mit dem VR-Brillenhersteller Oculus kam schnell die Idee auf, die VR-Filme des Festivals über die VR-Brillen zu veröffentlichen. So konnten trotz Ausfall des klassischen Filmfestivals Menschen auf der ganzen Welt diese Filme zum geplanten Zeitpunkt anschauen. Für die Nutzer hat diese Art von Event den Vorteil, dass sie zeit- und ortsunabhängig daran teilnehmen können. 
VR-Brillen gehören aber noch nicht zur Standartausstattung jedes niedersächsischen Haushalts, deshalb sollte natürlich beachtet werden, wie das Publikum diese Veranstaltung „besuchen“ kann. Beim Tribeca Filmfestival kamen leider nur Besitzer einer mobilen Oculus Brille in den Genuss des virtuellen Filmerlebnisses.
Viele Lösungen bieten jedoch eine Smartphone-App oder eine Anwendung für den Desktoprechner über den Browser an, um den Zugang zu erleichtern.

Virtuell zusammen: Meetups und Konferenzen digital

Wir bei mobfish haben uns gefreut, in diesen Zeiten sogar näher mit der XR-Community zusammenzurücken. So haben verschiedene regionale VR-Communities ihre sonst physischen Stammtische in Virtual Reality verlegt und für alle geöffnet – zum Beispiel über die kostenfreie Plattform AltspaceVR.
Durch die fehlenden Anfahrtswege hat jeder Zugang zu, unzähligen Veranstaltungen rund um den Globus. AltspaceVR ist eine Plattform, die auf den meisten Endgeräten funktioniert und Nutzer benötigen nicht zwingend eine VR-Brille. So kann nahezu jeder teilnehmen.

Die BesucherInnen können sich in geschlossenen oder offenen Veranstaltungsräume treffen. Auf virtuellen Leinwänden werden Webseiten, Videos oder Vorträge gezeigt. Jede/r BesucherIn wird durch einen Avatar repräsentiert, der sich frei im Raum bewegen kann. Nähert sich der Avatar einer Gruppe, hört der/die Nutzer das Gespräch und kann in das Gespräch einsteigen. Entfernt der Avatar sich wieder, werden die Stimmen stetig leiser.

Ähnliche Möglichkeiten bietet auch die Plattform engagevr.io. Dort hat im April das erste deutschlandweite XR-Meetup stattgefunden. Die Hannoveraner XR-Community HANNOVR war natürlich dabei. Nach den Vorträgen konnten sich die BesucherInnen auf der virtuellen Dachterrasse mit alten Bekannten treffen und neue Kontakte knüpfen. 
Auch Branchengrößen wie HTC haben dieses Jahr wegen der Corona-Krise ihre Entwicklerkonferenz in VR abgehalten. Dabei ist das Erstellen eines solchen Events längst nicht mehr so kompliziert, dass man es der XR-Community überlassen sollte.

Immersion erleben

Durch die Immersion (= das Eintauchen) in die virtuelle Welt entsteht das Gefühl, mit den anderen TeilnehmerInnen wirklich dieses Event gemeinsam zu besuchen. Es können durchaus auch klassische Inhalte auf diese Weise präsentiert werden. Die inhaltliche Präsentation wird so zum sozialen Erlebnis, welches Emotionen weckt und lange im Gedächtnis bleibt. 
In diesen Zeiten steigt die Akzeptanz für virtuelle Alternativen der Begegnung. Denn genau da ist der Knackpunkt: VR muss man ausprobieren, um zu erleben, welche Möglichkeiten diese Technologie bietet.

Greg Fodor, Mixed Reality Spezialist bei Mozilla, beschreibt in seinem Blogartikel ein 3D Metaverse, das durch offene Software überhaupt erst möglich wird. Er glaubt, dass dieses Metaverse in Zukunft fester Bestandteil des Webs wird. 
So würden Veranstaltungen, Events und Ausstellungen im digitalen Raum zur Selbstverständlichkeit. An diesem Punkt sind wir noch nicht. Der lang erwartete VR-Boom ist ausgeblieben und doch hat sich ganz langsam ein respektables Ökosystem aus Hardware, Software, Anbietern und Nutzern gebildet. Und auch in Niedersachsen wächst dieses Ökosystem stetig. Das ist eine unglaubliche Chance, die wir nun ergreifen sollten. Die aktuelle Krise lässt uns viele dieser Technologien noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten und auch wir bei mobfish nutzen die Möglichkeiten von Meetings in der VR jetzt viel intensiver als zuvor. Wir stellen fest, dass Telefonate und Videokonferenzen nicht das gleiche sind, wie sich am Tisch gegenüber zu sitzen. VR-Erlebnisse kommen diesem Gefühl durch die räumliche Erweiterung am nächsten.








Übe
r den Autor
Frederik Wockenfuß ist seit 2018 Projektmanager bei der mobfish GmbH. Davor war er 10 Jahre in Film und Fernsehproduktionen tätig. Er ist Experte für interaktive VR-Videos und lebt mit seiner Familie in Braunschweig.

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APITs steht für „Applied Interactive Technologies“ und vereint alle Technologien, deren Ursprung in der innovativen Gamesbranche liegt – beispielsweise Virtual und Augmented Reality oder Serious Games. Das APITs Lab schafft Berührungspunkte, zeigt Anwendungsfelder auf und weckt die Neugier gegenüber Innovation und Digitalisierung. Darüber hinaus berät das APITs Lab mittelständische Unternehmen kostenlos, neutral und unverbindlich und unterstützt durch Innovationsworkshops und Netzwerkaktivitäten die Anbahnung von Kooperationsprojekten.Weitere Informationen unter www.apitslab.de.

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