Schutzbedarf im Netz steigt

Schutzbedarf steigt

Mehr als die Hälfte der Deutschen fühlt sich im Internet nur unzureichend geschützt. Laut Verbraucherbericht 2021 fallen ein Drittel aller Beschwerden in den Bereich „Internet und Digitales“ und machen damit den Schutzbedarf zum anhaltenden Trend.

Viele Deutsche fühlen sich im Internet Firmen ausgeliefert. Auf die Frage, wie gut Sie ihre Interessen im Lebensbereich Internet und Digitalisierung geschützt sehen, antworteten 56 Prozent mit „nicht gut“ beziehungsweise „gar nicht“. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es „nur“ 47 Prozent. Damit legt der Verbraucherreport 2021 des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), einen anhaltenden Trend offen. Im Rahmen des Reports für das Marktforschungsinstitut Forsa gaben über 1500 Deutsche Ihre Meinung zu verbraucherpolitischen Themen bekannt.

Schutzbedarf: Verbraucherzentralen bestätigt

Verbraucherzentralen sehen sich mit dem Report in Ihrer Wahrnehmung bestätigt. Ein Drittel aller Beschwerden bei Ihnen beziehen sich auf Produkte und Dienstleistungen aus dem Internet. Die häufigsten Posten sind dabei Betrugsfälle beim Shoppen im Netz und langsame oder gar nicht vorhandene Internetanschlüsse. Damit löst der Bereich „Digitales“ als Problem-Spitzenreiter den bisherigen König dieser traurigen Disziplin ab: Telefonie und Mobilfunk. Denn „nur“ 38 Prozent der Deutschen sehen sich hier gar nicht oder nur unzureichend geschützt.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen begründet das schlechte abschneiden des digitalen Sektors im Vergleich mit der Corona-Pandemie. Diese habe die Probleme zwar nicht verursacht, aber offengelegt. Durch den wachsenden Bedarf an digitaler Kommunikation dank Quarantäne und Home-Office-Lösungen, wurden viele Verbraucher auf die Schwachstellen im digitalen Ausbau aufmerksam. Der Verband der Verbraucherzentralen appelliert mit Verweis auf dieses Ergebnis an die zukünftige Bundesregierung, das Tempo im Netzausbau drastisch zu erhöhen.

In Deutschland sind noch drei Millionen Menschen ohne Internetanschluss. Zudem gibt es viele, die Bandbreite nicht bekommen, die Ihnen versprochen wurde, sie aber in vollem Umfang bezahlen. Immerhin gibt es für Letztere gute Nachrichten: Noch ab Dezember dieses Jahres können Betroffene Zahlung an den Provider kürzen oder diesem Kündigen, wenn dieser nicht wie vereinbart liefert. Die Bundesnetzagentur stellt für alle ein kostenloses Tool zum Download bereit, um die eigene Leistung zu messen.

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